Konzept | Zeugnisse | Oberstufe


Das Förderkonzept gliedert sich in die Teilabschnitte:

  • Übergeordnete Bausteine des Förderkonzepts
  • Formen der Umsetzung
  • Formen der Rückmeldung
  • Soziales Lernen
  • Differenzierung nach Interesse und Neigung
  • Berufsorientierung
  • Weitere Bausteine des Förderkonzepts

Förderkonzept der Ida-Ehre-Schule Bad Oldesloe
Entwurffassung November 2013

Im Förderkonzept der Schule werden verschiedene fördernde Elemente erläutert, die ihre volle Bedeutung erst durch das sinnvolle Zusammenspiel mehrerer Teilaspekte entfalten können. In diesem Papier werden verschiedene von der Schulkonferenz bereits gefasste Beschlüsse zu einem Konzept zusammengeführt.

Übergeordnete Bausteine des Förderkonzepts

Musischer Schwerpunkt
Musisch-ästhetische Bildung wirkt für den Einzelnen weit über den künstlerischen Bereich hinaus. Eindrücke sinnlich aufzunehmen und sich die Welt gestaltend zu erschließen, hat in nahezu allen Bereichen positiven Einfluss auf das kognitive Potential. Durch den ästhetischen Ausdruck wird die Selbstkompetenz gefördert, in Zusammenwirken mit anderen die Sozialkompetenz. In der Präsentation können sich Sach- und Methodenkompetenz (Vermittlungsfähigkeit) entwickeln. Ergebnisse der Erarbeitungen werden zum Beispiel während der Schulkulturwoche und in weiteren Aufführungen und Präsentationen vorgestellt.

 

Vorhaben
Das Lernen in Projekten steht in den Vorhabenwochen in besonderer Weise im Vordergrund. Mit zunehmendem Alter steigt der Grad an Selbständigkeit und Eigenverantwortung dieser Methode. In besonderem Maße können individuelles Lerntempo, Schwerpunktsetzung des Interesses sowie die Absprache in der Arbeit mit anderen hier berücksichtigt und gefördert werden. Dies alles findet in größeren Themenzusammenhängen statt, in denen das Ergebnis den Einzelnen einen unverzichtbaren Teil des Ganzen darstellt.

Inklusion
Gemeinsames Lernen aller bedeutet auch, dass Schüler und Schülerinnen mit besonders benannten Förderschwerpunkten in der Gemeinschaft mit anderen sinnvoll, angeregt und ohne ausgegrenzt zu sein, lernen können. Die jeweilige Zusammensetzung der Lerngruppen lässt verschiedene Formen des Einsatzes von Unterstützungen und Förderungen durch Lehrkräfte und pädagogisches Hilfspersonal zu. Ein wichtiger Faktor ist immer das Lernen mit anderen und durch andere Schülerinnen und Schüler, in kognitiver wie sozialer Hinsicht.

Klassengemeinschaft und kontinuierliche Klassenlehrerschaft
Innerhalb der Schulgemeinschaft und des Jahrgangs stellt die Klassengemeinschaft die überschaubare und verlässliche Größe für die Schülerinnen und Schüler insbesondere im Hinblick auf längeres gemeinsames Lernen dar. Hier findet sich die gesicherte Basis, um in einer großen Gruppe in Prozessen gemeinsam zu kompromissorientierten Ergebnissen zu gelangen. Dazu bietet die Klassengemeinschaft die Vertrautheit und die Auswahl um zu lernen, in kleinen oder Paargruppen an einer gemeinsamen Sache zu arbeiten. Letztendlich gibt die Klasse auch den Rückhalt, sich individuell mit Themen zu beschäftigen. Eine verlässliche Komponente in diesem Gefüge sind die langfristigen Klassenlehrerschaften.

 

Elternbeteiligung
Dadurch, dass Eltern in die Schule eingebunden sind, steigen die Möglichkeiten der Förderung aller Schülerinnen und Schüler. Durch die Mitarbeit im Schulleben werden die Bedingungen für viele verbessert. (Veranstaltungen, Verpflegung, Anschaffungen) Durch das Interesse am Unterrichtsalltag des eigenen Kindes und die Unterstützung bei gemeinsam vereinbarten Hilfen erhöhen sich die Möglichkeiten der individuellen Förderung.

 

Gebundener Ganztag
Auch das meint länger gemeinsam lernen: Den Tag sinnvoll gestalten - Phasen verschiedener Anforderungen wechseln sich ab und die Verpflegung ist vor Ort (Mensa und Bistro).


Formen der Umsetzung

Binnendifferenzierung
ist die Organisationsform gemeinsamen Lernens. Unterstützt wird sie durch das Prinzip, dass sich Tischgruppen in den Klassen über längere Zeiträume in einem verlässlichen Rahmen auf gemeinsames Vorgehen einigen und sich gemeinsam Formen der Anregung und Unterstützung erarbeiten. Die Doppelbesetzung von Lehrkräften in einzelnen Stunden bietet die Möglichkeit, kurzfristig, flexibel und nicht durch feste Kurszuweisungen bestimmt auf unterschiedliche Potentiale, Interessen und Nachholbedarf eingehen zu können sowie für mehr Schülerinnen und Schüler zeitgleich Ansprechpartner sein zu können.

 

Individuelles Arbeiten (IDA)
ist Unterrichtszeit als Freiarbeit organisiert. Sie findet zu festen Zeiten und in den Jg. 5/6 zusätzlich in einem offenen Beginn statt. In ihr haben die Schülerinnen und Schüler die Zeit und das Umfeld, allein oder in Gruppen an Aufgaben, die aus dem Unterricht erwachsen, an Anregungen, die sie durch ihr Interesse geleitet aufnehmen, sowie an frei gewählten Projekten zu arbeiten. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler ihr Lernen zu planen und zu dokumentieren. Die Inhalte des IDA-Bands können aus allen Fachbereichen stammen.

 

Lernen lernen
ist in einem Curriculum mit den Bestandteilen Arbeitsorganisation, Selbstwahrnehmung, Methodentraining und Teamfähigkeit im 5./6. Jg. ein eigenes Fach. Darüber hinaus werden diese Fähigkeiten auch in allen anderen Fächern erlernt und angewandt.

 

Kontingentstundentafel
Die Kontingentstundentafel und die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten schaffen die Voraussetzungen für ein Gelingen der Förderorientierung im Unterricht durch einen flexiblen Umgang mit Lernzeit. So werden Stundenanteile aller Fächer in die oben aufgeführte integrierte Unterrichtsform des individuellen Arbeitens (IDA) übertragen. Außerdem werden Stundenanteile des Fachbereichs „Arbeit, Wirtschaft und Verbraucherbildung“ durch Integration in die integrierten Fächer Weltkunde und Naturwissenschaften sowie durch die Zuordnung von Vorhabenwochen, durch die beiden 14-tägigen Berufspraktika, durch den Unterricht in Berufskunde, durch den Unterricht in den Musischen Werkstätten Technik, Kunst, Textillehre und durch den Unterricht im Klassenrat und Lernen lernen abgedeckt.

Damit dieser Fachbereich im Zeugnis abgedeckt ist, werden mindestens die folgenden Bereiche im Zeugnis beurteilt:
- Jg. 5/6: Musische Werkstatt Technik und/oder Kunst und/oder Textillehre (Arbeit)

- Jg. 7: Unterrichtseinheit Ernährung im Rahmen des Nawi-Unterrichts (Verbraucherbildung)

- Jg. 8: Dokumentation des Praktikums (Wirtschaft)
- Jg. 9: Dokumentation des Praktikums (Arbeit/Wirtschaft)

 

 

Formen der Rückmeldung

Bis zur 7. Klasse erhalten die Schülerinnen in den Zeugnissen Lernberichte. Im Unterricht werden Leistungen in den Fächern in dieser Zeit in Textform, in Rastern und/ oder mündlich rückgemeldet. (Im 2. Halbjahr der Klasse 7 kann zusätzlich eine Einschätzung als Note nach der Ü-Notenskala erteilt werden.)

 Lernberichte teilen den gegenwärtigen Leistungsstand des Kindes mit. Sie beschreiben darüber hinaus den individuellen Lernzuwachs. Das gilt auch für die Motivation, die Anstrengungsbereitschaft, das Konzentrationsvermögen und das Sozialverhalten. Und sie enthalten Hinweise zur Behebung von Defiziten, wie zur Vertiefung von Stärken. Sie sind deutlich aber konstruktiv geschrieben.

Dazu gibt es gemeinsame Gespräche mit Eltern und Kindern, und zwar nicht an routinemäßigen Sprechtagen, sondern wenn es sinnvoll ist. Ab Kl. 8 kommen Schullaufbahngespräche dazu.
Zum Halbjahr des 7. Schuljahres erhalten die Schülerinnen und Schüler erstmalig eine Prognose. Diese Prognose wird nach Vorbereitung in der Klassenabsprache im 1. Halbjahr in der Zeugniskonferenz des Halbjahres beschlossen. Jeweils zu den Zeugnissen beschließt die Konferenz über die weiteren Prognosen.

Auf der Grundlage der Prognose werden die Ziffernzeugnisse ab der Klassenstufe 8 mit Hilfe der Ü-Notenskala erstellt. Ebenso werden Lernleistungen im Unterricht beurteilt. Begleitende Texte, Raster und Gespräche sind ausdrücklich erwünscht.

In Klasse 8 bis 10 erhalten die Schülerinnen keine Allgemeinen Lernberichte sondern Kopfbemerkungen zu den Ziffernzeugnissen. Die Kopfbemerkungen in den Klassenstufen beschreiben ausschließlich die erworbenen Sozial- und Selbstkompetenzen der Schülerinnen und Schüler.

 

 

Soziales Lernen

 

Ein wesentlicher Bestandteil gemeinsamen Lernens ist die soziale Komponente. Um ein sinnvolles Miteinander zu ermöglichen gibt es verschiedene Bausteine der Bearbeitung und Klärung.

- Klassenrat

- Trainingsraum

- Streitschlichtung/ Klassencoaching

- Schulsozialpädagogik

 

 

Differenzierung nach Interesse und Neigung

Steht in den meisten Fächern das Klassenprinzip im Zentrum gemeinsamen Lernens, gibt andererseits Fächer und Bereiche, in denen eine Spezialisierung durch Wahl eines Themas sinnvoll ist. Auch hier wird binnendifferenziert gearbeitet.

- Wahlpflichtunterricht I in den Jahrgängen 7 bis 10

Der Wahl­pflicht­be­reich I beginnt in der Klassenstufe 7 und endet in der 10. Klassenstufe.
Es können sechs Fächer angeboten werden: Französisch, Gesta­ten, Latein, Angewandte Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaft/Politik. Alle Fächer sind gleichwertig und werden in 4 Wochenstunden (in der Regel Doppelstunden) unterrichtet.

Die Wahl des Wahlpflichtfaches wird in einem festgelegten Verfahren im 2. Halbjahr der 6. Klassenstufe durchgeführt. Grundlegende Informationen erhalten die Eltern auf einem Jahrgangs­Elternabend und durch die Klassenlehrkräfte.
Die Klassen- und Fachlehrer/innen sollen bei der Wahl beraten, die Entscheidung treffen die Eltern schriftlich. Ein Wechsel des Wahlpflichtfaches I kann nur im Ausnahmefall mit Zustimmung des Schulleiters vorgenommen werden. Bei einem Wechsel des Wahlpflichtfaches I ist eine Versetzung in die gymnasiale Oberstufe ausgeschlossen.

- Wahlpflichtunterricht II in den Jahrgängen 9 und 10

Es werden Projekte angeboten, die als klassenübergreifende Kurse stattfinden

In dem Schuljahr 2013/14 wurden folgende Kurse angeboten: Musikwerkstatt, Kunstwerkstatt, Gesund und fit - sein und bleiben, SchamaNE, Junge kreative Küche, Bienenzucht
Die Schülerinnen und Schüler müssen eines der Angebote wahrnehmen und den Unterricht in diesem Fach besuchen. Der Zugang zur Oberstufe ist von der Wahl unabhängig. Die Wahl des Wahlpflichtfaches wird in einem festgelegten Verfahren am Anfang des Schuljahres durchgeführt, sie gilt für jeweils ein Schuljahr. Grundlegende Informationen erhalten Schülerinnen und Schüler und die Eltern schriftlich. Die Klassenlehrkräfte sollen bei der Wahl beraten, die Entscheidung treffen die Eltern schriftlich.

- Werkstätten in den Jahrgängen 5 und 6

- Lernwerkstätten im Jahrgang 6

- Aktivitätenzeit

 

Berufsorientierung

Die Schule eröffnet den Schülerinnen und Schüler den Zugang zum späteren Berufsleben. Dabei geht es um Erkundungen, eigene Erfahrungen, Information über berufliche Möglichkeit und Vielfalt, Methoden der Informationsbeschaffung, die Herausbildung der individuellen Interessen und Fähigkeiten sowie deren reflektierte Betrachtung. Berufsorientierung enthält folgende feste Elemente:

- Berufskunde

- Praktika

- Berufseinstiegsbegleitung

- Schullaufbahnberatung

- Bewerbungstraining

Weitere Bausteine des Förderkonzepts

 Lernen durch lehren: Ältere Schülerinnen und Schüler machen Angebote für jüngere. Dazu werden sie durch die JuLeiCa-Ausbildung qualifiziert.

Enrichment: Wir sind Stützpunktschule im Enrichment-Projekt, das heißt, wir nominieren Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen und ausgeprägtem Potential zur Teilnahme an Kursen und bieten selbst Kurse an.